Schulsozialpädagogik

Seit dem Jahr 2010 sind an der NMS, damals noch Hauptschule, Fieberbrunn Sozialpädagogen  tätig. Astrid Müller aus St. Ulrich ist seit 2014 an der Schule tätig. Alexander Houtmann, ebenfalls aus St. Ulrich, verstärkt seit dem heurigen Schuljahr das SchulsozialpädagogInnenteam.

 

Mit diesem Projekt, das gemeinsam mit dem Institut für Sozialpädagogik in Stams entwickelt wurde, betrat man in Tirol Neuland. Vom Anfang bis jetzt gab es viele Weiterentwicklungen. Auch wenn im Prinzip jedes Jahr neu mit der Gemeinde verhandelt werden muss, so kann die Anwesenheit der Schulsozialpädagogen als  feste Instanz  angesehen werden, die sich sehr gut etabliert hat.

 

Im Fach "Soziales Lernen" in den ersten und zweiten Klassen arbeitet die Schulsozialpädagogin gemeinsam mit den Klassenvorständen und den Schülerinnen und Schülern. Dabei geht es um unterschiedliche Themen die den Bedürfnissen und der jeweiligen Situation angepasst werden. Zur Bearbeitung der Inhalte werden unter anderem die Methoden der Kommunikation, des Spieles, der Reflexion, der Theaterpädagogik und der Erlebnispädagogik eingesetzt.

 

Zusätzlich sieht  sich die Schulsozialpädagogin als Beraterin von Schülern und Eltern - auch dieses Angebot wird gerne wahrgenommen. Astrid Müller ist zweimal in der Woche, jeweils Dienstag und Donnerstag, an der Schule, bei Bedarf auch an anderen Tagen.

Erreichbar ist sie unter: 0680/1406128 oder der Email-Adresse: mueller-astrid [at] gmx [dot] at

 

Was bedeutet "Soziales Lernen" ander MS Fieberbrunn?

Impuls
Impuls

In den ersten und zweiten Klassen der NMS Fieberbrunn gibt es das Fach SOL (Soziales Lernen). In diesem Fach geht es darum, Schülerinnen und Schüler bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. SOL ist in erster Linie ein präventives Arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern. Es geht um Inhalte wie:

 

Klassensprecherwahl (Verantwortung, Demokratie), Gefühle, Selbst- und Fremdwahrnehmung,  Stärken/Schwächen, Selbstpräsentation, Selbsteinschätzung, Empathie, Kommunikation, Kooperation, Teamwork, soziale Kompetenzen, Toleranz, Vorurteile, Konflikte, Außenseiter/Mobbing……

 

SOL ist:

  • ein prozesshaftes Arbeiten → wie gehen die SchülerInnen in bestimmten Situationen miteinander um; welche Prioritäten setzen sie; wie können sie sich in den andere hineinfühlen...
  • fördert die Kreativität → unter bestimmten Vorgaben arbeiten, aber auch eigene Ideen einbringen
  • Partizipation → mitgestalten und mitbestimmen dürfen
  • Reflexion → sich Gedanken machen über die Situationen und über sich selbst
  • ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander → Unterschiede dürfen sein

 

Nicht das Ergebnis ist das Ziel sozialpädagogischen Arbeitens sondern der Weg zum Ergebnis ist das eigentliche Ziel!

Beispiele aus der Schulsozialpädagogik

Schlauchritual
Schlauchritual

Altes Schlauchritual:

Ein Fahrradschlauch wird in Hüfthöhe gehalten. Nur zwei Personen dürfen diesen Schlauch mit den Händen berühren. Nacheinander versuchen alle mit in den Schlauch zu kommen.

Ziel:Jeder wird in die Mitte genommen, jeder wird Teil einer Einheit

Diese Übung fördert die Kooperation, den Körperkontakt, die Kommunikation und die Rücksichtnahme

Impuls:

Die Gruppe setzt sich in zwei Reihen (2 Teams) gegenüber. Jedes Team hält sich an den Händen und schließt die Augen. Nur die zwei Ersten in der Reihe dürfen sehen. In der Mitte zwischen den beiden Letzten steht eine Glocke. Die SSPⁿ wirft einen Würfel. Bei ungeraden Zahlen geschieht nichts, bei geraden Zahlen senden die beiden Sehenden einen Händedruck, der durch die Reihe bis ans Ende gegeben werden muss. Sobald die beiden SpielerInnen am Ende der Reihe den Impuls durch den Händedruck spüren, müssen sie so schnell als möglich die Glocke ergreifen. Der/die Schnellere hat gewonnen und wechselt an den Anfang seiner Reihe.  Das Team das zuerst durchgewechselt hat, gewinnt.

Ziel: schon kleinste Druckimpulse wahrnehmen, zu spüren und zu reagieren

Diese Übung fördert die Wahrnehmung, die Konzentration, die Aufmerksamkeit, die Reaktion, den Körperkontakt und das „Immer-wieder-zur-Ruhe-kommen“

Klassenregeln

Gemeinsam wird an Regeln, die wichtig sind für ein gut funktionierendes Klassenklima, gearbeitet. Es werden von den SchülerInnen Vorschläge gemacht, an der Tafel notiert und ein gemeinsamer Konsens (Abstimmung durch Mehrheitsbeschluss) gefunden. Ebenso werden die Wünsche des Klassenvorstandes und No-go´s notiert. Zum Schluss werden auch die Konsequenzen vereinbart, ebenso unter Mehrheitsbeschluss.

Ziel: Regeln und deren Wichtigkeit anerkennen

Diese Übung fördert die Eigenverantwortung, die Kommunikation, die Argumentationsfähigkeit und das Demokratieverständnis

 

Klassenregeln1
Klassenregeln2

Thema Konflikte

Konflikte
Konflikte

Fragen:

  • Was ist ein Konflikt?
  • Wie entsteht ein Konflikt?
  • Wie können Konflikte geregelt werden?

Sie werden gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen auf unterschiedliche Art und Weise erarbeitet.

Ziel: konstruktive Konfliktlösungen erarbeiten

Diese Übung fördert die Selbstreflexion, die Toleranz, die Kommunikationsfähigkeit und Strategien für Konfliktlösungen